Die Bedeutung einer Übegruppe

 

In China werden Qi Gong und Tai Chi für gewöhnlich in kleineren oder größeren Gruppen in Parks oder an anderen öffentlichen Plätzen ausgeübt. Zuweilen gibt es Veranstaltungen, bei denen hunderte Menschen gemeinsam praktizieren. Vor der Einführung politischer Restriktionen, gabe es Großveranstaltungen, bei denen mehrere Tausend Menschen gemeinsam praktizierten. 

 

Das Üben und Praktizieren von Qi Gong und Tai Chi in einer Gruppe hat eine ganze Reihe von Vorteilen und bedeutet für die Teilnehmer häufig eine große Motivationshilfe, sich regelmäßig für die eigene Gesunderhaltung und Gesundwerdung einzusetzen. 


Das Teilnehmen und Teilhaben an einer festen Gruppe und das Nicht-fehlen-wollen oder das mögliche Auslassen von Übe-Fortschritten, kann für viele Menschen ein zusätzlicher Ansporn zum Praktizieren sein. Das Gruppenerleben bereitet zudem Freude, weil der Mensch von Natur aus gesellig ist und sich nach Sozialkontakten sehnt. Vor, während oder nach der Übe-Praxis kommen meist kurze oder längere Gespräche zu gesundheits- oder alltagsbezogenen Themen zwischen Gleichgesinnten und Erfahrungsaustausche über Fortschritte und Schwierigkeiten beim Lernprozess zustande. Der soziale Zusammenhalt stärkt sich dadurch sehr.

 

Durch die Praxis und die Erkenntnis, dass wir uns in unserem Bedürfnis nach Ruhe, Entspannung, Gesundheit und Glück alle sehr ähnlich sind, fühlen sich die Teilnehmer oft untereinander verbunden, erfahren ein WIR-Gefühl oder nehmen sich als eine Einheit (pars-pro-toto-Gedanke) wahr und mit ihren Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühlen oder Problemen nicht allein.

 

Zugleich sind alle Teilnehmer Spiegel für einander: Aus jedem Fehler und jeder korrekten Ausführung lernt der jeweils andere. Die Gruppenmitglieder lernen also voneinander und unterstützen sich gegenseitig bei der richtigen Umsetzung und Ausführung der vorgegebenen Übe-Anweisung. 

 

Es potenzieren sich die positiven und energetischen Effekte der praktizierten Methoden. Ein Qi Gong Meister oder intensiv energetisch Praktizierender baut ein starkes Qi-Feld um sich und die Gruppe herum auf. Gemäß des Konzeptes des Potentialgefälles, kann der Lehrende bewusst und unbewusst Energie und Informationen an die Gruppenteilnehmer abgeben. Qi fließt dabei immer vom energetischen hohen zum niedrigeren Potential. 

 

Aber auch die Praktizierenden schaffen ein morphisches Feld oder Informationsfeld, das sich positiv auf alle auswirkt. Die Ruhe, Gelassenheit und Präsenz übertragen sich, so dass es unruhigeren Teilnehmern leichter fällt in die Entspannung zu treten. Die Teilnehmenden kommen durch die gemeinsame Praxis in einen kohärenten Zustand. Die elektromagnetischen Wellen ihres Gehirns, ihres Herzens und ihres gesamten Organismus kommen in einen gemeinsamen Rhythmus. Sie kommen in eine gemeinsame Schwingung, wodurch sich ihre eigene elektromagnetische Schwingung erhöht. Das kann man sich in etwa wie kohärentes Licht (Laserlicht) vorstellen. Wird inkohärentes Licht zu kohärentem Licht, erhöht sich seine Energie um ein Vielfaches. Wir sprechen auch von gebündeltem Licht. Dieses physikalische Phänomen finden wir bei allen wellenartigen Schwingungen, z.B. auch in der Musik. Schlage ich in einem Raum voller Gitarren einen Ton einer bestimmten Frequenz an, fangen alle entsprechend gestimmten Gitarrensaiten an, gemeinsam zu schwingen. Der Ton verstärkt sich dadurch. Gleiches geschieht, wenn wir einen Gong mit seiner entsprechenden Frequenz ansingen, er beginnt zu schwingen und reproduziert diesen Ton. Kommen Meereswellen in eine gleiche Schwingung, so nehmen negative Interferenzerscheinungen ab und es kommt zur Verstärkung, Aufsummierung der Wellen, das sogenannte "Aufschaukeln".

 

Geht es einem Teilnehmer nicht so gut, wird er von dieser Gruppenenergie bildlich gesprochen getragen. 

 

Aufgrund des Informationsfeldes, welches sich im Überaum oder dem Übeort aufbaut, lernen spätere Schüler immer schneller. Als ich in meiner Ausbildung an der Uni Oldenburg durch meinen Ausbildungsleiter J. Bölts von diesem Phänomen hörte, wollte ich es zunächst nicht glauben. Als ich dann meine eigenen Kurse und Seminare durchführte, merkte ich aber selbst, dass ich die den Umfang an Theorien und praktischen Übungen immer größer gestalten musste, da die Aufnahmegeschwindigkeit und Umsetzfähigkeit in jedem neuen Kurs allmählich zunahm.

Je mehr Teilnehmer und je bewusster die Teilnehmer sind, desto größer ist im Prinip auch das Qi-Feld. In einer kleineren Gruppe ist das Qi dafür oftmals feiner und ausgeglichener. Im Qi Gong ist es wie bei einem Fußballspiel oder einem großen Konzert: Das Gefühl in der Masse des Publikums ist zweifelsohne ein viel stärkeres, als wenn wir ganz allein auf der Tribüne ständen, mitfiebern, mitfühlen oder mitsingen würden. In einer Qi Gong Gruppe kommen oftmals Menschen zusammen, die ansonsten nicht zusammen gekommen wären. Viele sind auf der Suche nach etwas Ruhe, etwas Neuem, etwas faszinierend Fremden und sind offen für neue Betrachtungsweisen und Veränderungen in der Wahrnehmung, dem Handeln und dem Bewusstsein.

 

Für einen Lehrenden geht es nicht nur darum den Unterrichtsteilnehmern einen Rahmen für eine Stunde der Entspannung und Regeneration zu bieten, sondern darüber hinaus auch darum, diesen einen Kontakt zu sich selbst zu ermöglichen, um die eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten bewusster und klarer wahrzunehmen sowie die eigene Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit zu stärken.

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